Flüchtlingsnetzwerk Pattensen

Logo NetzwerkIn jeder Woche suchen viele Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten in Deutschland Schutz und Sicherheit. Auch die Stadt Pattensen beteiligt sich an der Aufgabe, diesen Familien im Stadtgebiet Unterkunft und Hilfe zukommen zu lassen.

Neben den staatlich organisierten Aufgaben hat sich das "Flüchtlingsnetzwerk Pattensen" für zusätzliche soziale und humanitäre Hilfe gebildet. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Initiativen mit verschiedenen Themen rund um die Hilfe für geflüchtete Menschen, die in Pattensen ankommen. Durch viele ehrenamtliche Helfer werden den neuen Mitbürgern und Nachbarn für eine schnelle Eingliederung in den Alltag Informationen, Kenntnisse und Hilfen angeboten und vermittelt.

Die Angebote des Flüchtlingsnetzwerkes Pattensen sind auf einer eigenen Internseite zusammengefasst: >>Klick<<


Vorsprache Ausländerbehörde Region Hannover

Ort:                     1. Etage, Raum 105
                           Walter-Bruch-Str. 1, 30982 Pattensen

Mitbringen:            bitte bringen Sie alle Unterlagen mit

Alle Termine 2016: jeweils 13:00 - 15:00 Uhr an jedem zweiten Donnerstag

 Dezember: 08.12., 22.12.  

Allgemeine Informationen
Zahlen, Daten, Fakten und Quoten

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland knapp 130.000 Asylbewerber registriert, 2014 waren es bereits gut 200.000. Im Februar 2015 erreichte uns die Schätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, nach der für 2015 bundesweit mit 250.000 Asylanträgen zu rechnen sei, im Mai wurde die Zahl auf 400.000 korrigiert und im August auf 800.000 erhöht. Letzte Meldungen gehen von 950.000 bis 1 Millionen Asylbewerbern in Deutschland aus. Die geografische Lage Deutschlands bedingt, dass die meisten Flüchtlinge in Süddeutschland eintreffen und entsprechend dem sogenannten Königsteiner Schlüssel prozentual verteilt werden. Der Königsteiner Schlüssel wird jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerung der einzelnen Bundesländer neu festgesetzt. Für Niedersachsen besteht für dieses Jahr eine Quote von rund 9,36 Prozent. Zur Verdeutlichung: 2015 hatte Niedersachsen im Februar noch mit 23.500 Flüchtlingen zu rechnen, im Mai bereits mit 37.500 und seit August mit 75.000 Flüchtlingen. Im nächsten Schritt verteilt das Land Niedersachsen die Flüchtlinge zahlenmäßig auf die Landkreise, die kreisfreien Städte und die Region Hannover. Für die Region Hannover liegt das Aufnahmekontingent bei rund 8,6% der Niedersachsen zugewiesenen Flüchtlinge. Als letztes Glied in der Kette der Verteilungsquoten steht dann Pattensen mit rund 2,35% Bevölkerungsanteil der Umlandgemeinden in der Region Hannover und dementsprechend werden anteilig die Flüchtlinge zugewiesen. In der Praxis wird diese Quote von 2,35 % der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, kurz LAB mitgeteilt. Die LAB nimmt dann direkt mit der Stadt oder Gemeinde Kontakt auf, um die jeweiligen Zuweisungen abzustimmen.

Wie sieht der Alltag vor Ort aus?

Was Sie den Medien in der Regel nicht entnehmen können ist der tatsächliche Ablauf in der Praxis, von der Zuweisung bis zur Unterbringung in Pattensen. Im Idealfall haben wir eine Wohnung und sprechen mit der LAB die Zuweisung nach Anzahl der Personen also z.B. die Größe der Familie ab. Dementsprechend erfolgt eine förmliche Zuweisung unter Angabe der Personendaten und des Datums, meistens mit einer Woche Vorlaufzeit. In dieser Woche laufen hausintern die Vorbereitungen, die Vorbereitung des Mietvertrages, die Einrichtung des Wohnraumes, die Erfassung der Daten im sozialen Leistungssystem, damit bei Ankunft das Geld für den Lebensunterhalt ausgezahlt werden kann. Die Anreise von der LAB in Braunschweig oder einer der Außenstellen nach Pattensen erfolgt manchmal per Shuttlebus, meistens mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis Pattensen/ZOB. Hier angekommen nimmt der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) die Flüchtlinge in Empfang, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen. Dies dauert rund 2-3 Stunden bis die Neuankömmlinge zu ihrer Wohnung gebracht werden können. Selbstverständlich endet die  Betreuung der Flüchtlinge nicht mit der Unterbringung sondern wird auch in der Folgezeit durch den ASD gewährleistet.

Möglichkeiten der Unterbringung – wir benötigen Wohnraum!

Unbestritten ist, dass die sogenannte dezentrale Unterbringung die optimale Form der Unterbringung darstellt. Sammel- und Gemeinschafts- oder gar Notunterkünfte sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Die Realität hat uns deutschlandweit inzwischen eines Besseren belehrt. Doch wie sieht die Unterbringungssituation in Pattensen aus:

In Pattensen hatten wir bereits im Jahr 2014 Geld im Haushalt eingeplant, um im vergangenen Jahr zwei Mehrfamilienhäuser zu kaufen. Wir haben den städtischen Wohnraum nahezu komplett mit Flüchtlingen belegt, dazu gehört auch die Hofstelle, auf der ursprünglich das neue Rathaus entstehen sollte. 2015 haben wir zwei weitere Mehrfamilienhäuser, sowie etliche private Wohnungen angemietet, um geeignete Unterkünfte bereitstellen zu können. Allein im vergangenen Jahr konnten so die uns zugewiesenen Flüchtlinge auf 16 Standorte über das Stadtgebiet verteilt werden. Unser Dank geht an die Vermieter, die zum großen Teil aus der Pattenser Bevölkerung stammen. Nur mit ihrer Bereitschaft, freien Wohnraum zur Verfügung zu stellen, konnte den ankommenden Flüchtlingen eine Unterkunft außerhalb von Sammelunterkünften zur Verfügung gestellt werden. Und auch eine Bitte richten wir an die Vermieter, die über freien oder frei werdenden Wohnraum verfügen: Setzen sie sich mit uns in Verbindung, wir werden auch künftig auf ihre Mithilfe angewiesen sein. Im Jahr 2015 sind in Pattensen 140 Flüchtlinge angekommen, die meisten stammen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Ausblick

Angesichts der weiterhin konstant hohen Flüchtlingszahlen und der immer noch überfüllten Landesaufnahmestellen ist uns bereits avisiert worden, dass die Aufnahmequote abermals erhöht werden wird. Dies wird zur Folge haben, dass im kommenden Jahr die bisherige Zielsetzung einer dezentralen Unterbringung aufgegeben werden muss. So leid es uns tut, daran führt kein Weg vorbei. In Kenntnis dieser Sachlage führt die Stadt seit geraumer Zeit Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, mit Investoren und auch mit der Region Hannover, um geeignete Objekte als Sammelunterkünfte einzurichten. Parallel werden Planungen zum Bau von Übergangsunterkünften angestellt, aber auch die Belegung öffentlicher Gebäude kann kein Tabuthema mehr sein. Bei allen Schwierigkeiten und großen Herausforderungen erleben wir immer wieder eine große Unterstützung durch die Pattenser Bürgerinnen und Bürger. Willkommenskultur und Nachbarschaftshilfe werden in unserer Stadt immer noch groß geschrieben. Wer sich im Flüchtlingsnetzwerk Pattensen engagieren möchte findet dazu Informationen auf der Homepage des Netzwerkes. Interessiert? Klicken Sie hier.


private Hilfeprojekte
Projekt "Notebooks für Flüchtlinge" in Hemmingen und Pattensen

Wir suchen für die Unterstützung von Flüchtlingsfamilien gebrauchte Notebooks von privat und Firmen. Die Geräte erhalten  eine Neu-Installation mit LinuxMint, einem freien Betriebssystem (GPL). Darin enthalten sind die ebenfalls freien Softwareprodukte Firefox, Thunderbird, Gimp, LibreOffice, Skype u.a.
Das Projekt bezieht sich ausschließlich auf Notebooks. Andere Geräte können nicht angenommen werden.
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie ein Notebook abzugeben oder weitere Fragen haben.

Mark A. Jacobs
nff@directbox.de

Projekt "Mini Decki"

In Anlehnung an das wundervolle Projekt der Schweizerin Simone Maurer nähen wir aus Bettwäschespenden Kuscheldecken für Flüchtlingskinder, um ihnen ein wenig Wärme auf ihrer unsicheren Reise zu geben. Es ist eine Geste, ein Zeichen für die Kinder. Sie steht für Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen und Anerkennung. Wir wollen ihnen sagen: "Hier bist du willkommen!"

Sie können das Projekt auch unterstützen, indem Sie gut erhaltene Baumwollbettwäsche oder andere Baumwollstoffe spenden. Wichtig ist, dass die Stoffe bei 60 Grad waschbar sind. Gerne könne Sie auch selber Decken nähen.

Weitere Informationen unter www.minidecki.de



Ansprechpersonen in der Stadtverwaltung
Ansprechpartner:
Ilse
ilse@pattensen.de
Tel: 05101 1001-334
Fax: 05101 1001-8334


Dorra
dorra@pattensen.de
Tel: 05101 1001-338
Fax: 05101 1001-8338


Hausanschrift
Walter-Bruch-Straße 1
30982 Pattensen
Verkehrsmittel

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bus 300, 340
Haltestelle Pattensen, Koldinger Straße

Bus 300
Haltestelle Pattensen, Walter-Bruch-Straße